Alles zuviel?
Dann leiden sie womöglich an IOS, dem Information Overload Syndrom (Aber Vorsicht: Viral Marketing!):
via Text&Blog
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Jens Hoffmanns Dokumentarfilm sorgt derzeit für ein gewaltiges Presseecho. Das liegt natürlich vor allem am Sujet: Der Filmemacher hat über Jahre hinweg mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten der kalifornischen Pornoindustrie beobachtet. Zunächst lässt die knallige Machart Spekulatives befürchten, doch Hoffmann macht das beste aus seinem Thema: Er lässt seine Protagonisten einfach erzählen. Und das immerhin eröffnet eine zwar nicht immer überraschende, aber zuweilen durchaus andere Perspektive auf ein, nun ja, doch ziemlich spezielles Business.
Der in der Schweiz lebende Autor Jens Petersen hat mit seinem Text “Bis das der Tod” den diesjährigen Bachmannpreis gewonnen. Auf der offiziellen Bachmannpreis-Seite sind wie jedes Jahr Videomitschnitte der jeweiligen Lesungen und Diskussionen sämtlicher teilnehmender Autoren zu sehen.
Schon fast zwei Jahre war nicht mehr wirklich viel von dem schrägen Duo aus Kalifornien zu hören - umso erfreulich die Ankündigung, dass im September eine neue Platte mit dem Titel “Time To Die” (was hoffentlich nicht wörtlich zu nehmen ist) erscheinen soll. Aus diesem Anlass wird es dann auch mindestens zwei Liveauftritte in Berlin und Hamburg geben. Hier der schon etwas ältere Titel “Fools”:
Seit Jahren geistert der österreichische Autor Thomas Glavinic als Geheimtipp durch die deutschsprachige Literaturlandschaft. Neulich kam ich dazu, seinen Roman “Der Kameramörder” zu lesen. Dieser wird immer mal wieder als Kriminalroman tituliert, womit man aber viel zu kurz greift. Glavinic bemüht einen Ich-Erzähler, der auf merkwürdig distanzierte Weise die medialen Geschehnisse um eine fürchterliche Mordserie an Kindern aus der Perspektive eines Wochenendtripps zweier befreundeter Paare schildert. Ungeheur pointiert und mit schwarz grimmigem Humor taucht Glavinic in seinem kurzen Roman in die kleinbürgerliche Spießerwelt seiner Protagonisten ein und mischt auf spannende Weise Mediensatire mit psychologisch raffinierter Beobachtung. Das Ganze ist spannend wie ein Krimi und entwickelt bis zum grausigen Finale eine ungeheure Sogwirkung, ist aber schon allein aufgrund der literarischen Qualitäten keinesfalls mit herkömmlicher 08/15-Krimiware in einen Topf zu werfen. Absoluter Lesetipp!
Eben noch Jurypräsidentin in Cannes, jetzt wieder in einer Hauptrolle im Kino: Isabelle Huppert spielt in Ursula Meiers Komödie “Home” das Oberhaupt einer Familie, die in einem kleinen Häuschen direkt neben einer stillgelegten Autobahn lebt. Mit der Wiedereröffnung der Autobahn mitten im Sommer gerät das Idyll in mächtige Turbulenzen. Was ein bisschen nach 80er-Jahre-Witzchen klingt, entpuppt sich mit zunehmender Dauer als ziemlich feinsinniges Werk, das mit Genreanleihen ebenso souverän spielt wie mit garnicht dick aufgetragener Gesellschaftskritik. Von der Schweizer Filmkritik schwer gelobt.
Seit dem Ende der Ära Bush war von Michael Moore nicht mehr viel zu hören. Wie jetzt bekannt wird, soll am 2. Oktober sein neuer, noch unbetitelter Film, in die amerikanischen Kinos kommen. Wie immer wird Moore wohl auch diesmal in frischen Wunden bohren. Thema soll die aktuelle Finanzkrise sein. Der erste Teaser gibt schon mal die Richtung vor:
Alle paar Jahre gibt es im Klassikbetrieb mal einen Solisten, der fetzig als Skandalinterpret durch die Presse gereicht wird. Dem türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say ist das auch passiert. Ein Rätsel jedoch, was daran skandalös sein soll, wenn sich ein Musiker einen ureigenen Zugang zu zigfach genudelten Kompositionen verschafft. Vergangene Woche hat Say in München jedenfalls zwei furiose Abende mit Ravels G-Dur Klavierkonzert hingelegt, und dass er keinerlei Berührungängste mit anderen musikalischen Genres hat, ist da umso erfreulicher.
Im September startet Pixars neuestes Werk UP in den deutschen Kinos. Der Film war bereits vorab in Pressevorführungen zu sehen und soviel sei verraten: Lasseter und Co. enttäuschen auch diesmal nicht und haben wieder ein echtes Highlight vorgelegt. Natürlich gibt es traditionellerweise vor dem Hauptfilm auch wieder einen neuen Kurzfilm. “Partly Cloudy” ist vorab schon mal hier zu bestaunen
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Nachtrag: Leider wurde der Film von der betreffenden Seite entfernt. Dei Hersteller mochten das nicht gerne sehen.
Bei der diesjährigen Berlinale hat Maren Ades Film für Aufsehen gesorgt und gleich zwei Preise gewonnen. Der Darstellerpreis für Birgit Minichmayr war angebracht, ist “Alle Anderen” doch überhaupt ein exzellenter Schauspielerfilm wie er nicht alle Tage zu erleben ist. Ade beobachtet zwei Paare wie unter dem Brennglas und destilliert daraus ein tragikomisches Drama des alltäglichen Wahnsinns.